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brenne und sei dankbar

brenne und sei dankbar

Eine Wanderausstellung
für Theater- und Tanzschaffende und ihr Publikum in Deutschland

Plakatmotiv aus der Ausstellung »brenne und sei dankbar« TESTSET, 2012 brenne und sei dankbar | Plakat  – Plakat 8: Flexibles Arbeiten

Deutschlands Theater- und Tanzlandschaft ist berühmt. Im internationalen Vergleich fällt sie besonders durch ihre große Zahl, ihre Vielfalt, ihre hohe Qualität und ihren Publikumserfolg auf. Dies verdankt sie auch der großen Bedeutung, die die Darstellenden Künste in Deutschland allgemein genießen – als künstlerische Ausdrucksform und als gesellschaftliche Stimme.

Neben den öffentlich geförderten Staats-, Stadt- und Landestheatern gibt es in Deutschland auch eine professionelle Freie Theater- und Tanzszene. In den späten 1960ern verstand sie sich als explizit Politisches Theater und betonte ihre Unabhängigkeit von den traditionsreichen Staats-, Stadt- und Landestheatern. Strukturell entwickelte sie ganz neue Organisations- und Produktionsweisen. Ästhetisch erfand die freie Theater- und Tanzszene mit großer Experimentierfreude und avantgardistischer Freiheit völlig neue Formen und wagte sich an große gesellschaftlich relevante Themen. Sie spielte ihre Produktionen an ungewöhnlichen, theaterfernen Orten, schloss sich mit anderen Künsten zusammen und präsentierte sich international. Auf diese Weise konnte sich die Freie Theater- und Tanzszene in Deutschland nach und nach etablieren. Bis heute wächst sie stetig.

Viele Innovationen und Errungenschaften, die die Freie Theater- und Tanzszene hervorgebracht hat, beeinflussen heute die Arbeit an Staats-, Stadt- und Landestheatern sowie an den Hochschulen der Darstellenden Künste. Mittlerweile bestehen zahlreiche Kooperationsformen beider Systeme.

Die Freie Theater- und Tanzszene besteht aus unabhängigen, professionellen Einzelkünstler/innen und Künstlergruppen. Diese produzieren künstlerisch und finanziell eigenverantwortlich. Auch für sie gibt es verschiedene Möglichkeiten der öffentlichen Unterstützung, wenn auch auf einem deutlich niedrigeren finanziellen Niveau als für Staats-, Stadt- und Landestheater. Die angespannte finanzielle Lage in Ländern und Kommunen bedroht jedoch diese Vielfalt.

Auch in der Kulturnation Deutschland herrschen die marktwirtschaftlichen Prinzipien mehr und mehr über die kulturellen Aktivitäten. Ziel ist es, mit immer weniger Geld Leistungsfähigkeit und Effizienz zu steigern. – Für Kunst- und Kulturschaffende sind die Folgen fatal.

Die kontinuierliche Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen für Künstlerinnen und Künstler ist beispielhaft für die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte und die Entwicklung in anderen Bereichen unserer Gesellschaft – der Kunst kommt hier eine fragwürdige Vorreiterrolle zu.

Um die derzeitige wirtschaftliche, soziale und arbeitsrechtliche Lage der Freien Theater- undTanzschaffenden in Deutschland in seiner ganzen Komplexität zu dokumentieren, hat der Fonds Darstellende Künste Ende 2010 den »Report Darstellende Künste« publiziert – Herausgeber ist Günter Jeschonnek. Die Ergebnisse des »Report Darstellende Künste« sind Grundlage für die Ausstellung »brenne und sei dankbar«.

  • Ausstellung

     13. Juni bis 30. September 2012
    Akademie der Künste
    10117 Berlin, Pariser Platz 4
    Passage zur Behrenstraße
    geöffnet täglich von 10 bis 22 Uhr

  • Eröffnung

    13. Juni 2012, 12:00 Uhr

    Es sprechen
    Nele Hertling, Vizepräsidentin der Akademie der Künste | Gitta Connemann, MdB, 2003-2007 Vorsitzende der Enquete-Kommission »Kultur in Deutschland« | Hans Heinrich Bethge, Leitender Senatsdirektor der Behörde für Kultur, Sport und Medien, Hamburg | Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München und Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages

    Grußworte
    Norbert Radermacher, Fonds Darstellende Künste (siehe unten) | Alexander Opitz, Bundesverband Freier Theater

  • Weitere Stationen

    Die Ausstellung wird in weiteren Bundesländern an Freien Theaterhäusern und in Ausbildungsstätten gezeigt und kann von Veranstaltern kostenlos entliehen werden.
    Informationen zur Ausleihe unter http://www.testset.org

Ausstellung »brenne und sei dankbar« im Atelier TESTSET, 2012 brenne und sei dankbar | Atelierbild  – Teile der Ausstellung im Atelier

Mitwirkende

Die Schauspielerin und Regisseurin Gesche Piening und der Kommunikationsdesigner Ralph Drechsel haben die Ausstellung »brenne und sei dankbar« entwickelt und realisiert. Sie ist ein Teil des Kunstprojektes TESTSET.
TESTSET untersucht in unterschiedlichen Formaten das »Prinzip Theater« in grenzverletzenden Kulturproduktionen und -produkten, wobei das »Prinzip Theater« nicht zwangsläufig auf der Bühne zu suchen sein muss.

Weitere Informationen: http://www.testset.org

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Die Ausstellung wird gefördert
durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den ver.di-Bundesvorstand – Fachgruppe Theater und Bühnen.
Mit freundlicher Unterstützung
durch die Akademie der Künste, Berlin, den Bundesverband Freier Theater e. V. (BuFT) und den Fonds Darstellende Künste e. V.