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Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Keine Entwarnung in Sachen Beschäftigungssicherung!

Am 24. April 2018 fand die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Stage Entertainment in der Neuen Flora in Hamburg statt. Zentraler Punkt der Gespräche war die gegenseitige Erläuterung der Forderungen.

Leider gibt es keine Entwarnung in Sachen Beschäftigungsschutz. Die Stage-Geschäftsführung bleibt im Wesentlichen bei den Positionen, die sie schon schriftlich an ver.di übermittelt und auch in Abteilungsversammlungen den Beschäftigten erläutert hatte.

Die Arbeitgeberseite hat ihre Forderungen durch intensive Nachfragen der Tarifkommission konkretisiert: Deutlich wurde, dass die Flexibilisierung und die damit verbundenen finanziellen Einsparungen eine hohe Relevanz für die Arbeitgeberseite haben.

Beim Ausgliederungs- und Aufgabenübertragungsverbot wurde klar, dass die Vorstellungen der Geschäftsführung sich inzwischen verfestigt und konkretisiert haben. Es sollen in den Tarifverhandlungen Regelungen getroffen werden, die eine Ausgliederung der Abteilungen Kasse, Stage-Door und Kantine ermöglichen sollen. Des Weiteren sollen Veränderungen beim KBB möglich sein und die Betreuung des Geschäftsbereichs »Theatre« soll zentralisiert werden. Darüber hinaus sollen die Beschäftigten im Bereich Lohn- und Finanzbuchhaltung und Controlling in Hamburg zentralisiert werden.

Im Gegenzug dazu soll ein Ausgliederungs- und Aufgabenübertragungsverbot für die anderen Abteilungen vereinbart werden.

Eine Fortschreibung des Ausschlusses von betriebsbedingten Kündigungen außerhalb von Produktionswechseln ist für die Arbeitgeberseite nicht vorstellbar! Auch hier müsse man flexibel reagieren und die Beschäftigtenanzahl auch während der laufenden Produktion anpassen können.

Zu unseren Forderungen wie z. B. zu den Entgeltsteigerungen, zur Einführung einer Jahressonderzahlung oder aber zu den Forderungen aus den einzelnen Häusern gab es keine konkrete Rückmeldung der Arbeitgeberseite. Lediglich, dass man über die Höhe unserer Forderungen sehr überrascht war, bekamen wir hierzu als Rückmeldung.

Zusammengefasst kann man zum Ergebnis der ersten Verhandlungsrunde also sagen:

  • Kein Kündigungsschutz!
  • Ein Schutz vor Outsourcing soll nur möglich sein, wenn wir die Ausgliederung der genannten Abteilungen tariflich regeln!
  • Keine Rückmeldung bzw. kein Angebot zu unseren Entgelt- und Hausforderungen!

Klar ist: Wir stehen weiterhin zu unseren Forderungen! Wir wollen in dieser Tarifrunde Arbeitsplatzsicherheit und ordentliche Entgeltsteigerungen vereinbaren.

Eine tarifliche Regelung der Ausgliederung von Kasse, Kantine und Stage Door, um im Gegenzug Ausgliederungsschutz für die anderen Abteilungen zu erreichen, ist für die ver.di-Konzerntarifkommission nicht vorstellbar! Wir sagen: »Ein echter tariflicher Schutz für ALLE Beschäftigtengruppen und Abteilungen muss dringend her!«

Aber auch in der Entgeltfrage muss klar sein, dass nicht nur die Interessen eines Private-Equity-Unternehmens bedient werden können! Auch die Beschäftigten haben ordentliche Lohnsteigerungen dringend nötig und verdient!

Zusammengefasst müssen wir wohl sagen, dass sich die Befürchtungen der Konzerntarifkommission im Vorfeld der Tarifrunde zu bewahrheiten scheinen! Wir werden uns also erheblich wehren und klar Position für sichere Jobs und eine faire Bezahlung beziehen müssen!

Gute Shows, sichere Jobs und faire Tarife! Jetzt geht es ums Ganze!

Jede und Jeder ist gefordert!
Unterstützt ver.di bei der Absicherung und Durchsetzung guter Tarifverträge und werdet Mitglied!
Starke Gewerkschaft – starke Tarifverträge!
Mitmachen – Mitglied werden!

Tarifinformation 5/2018

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
Foto/Grafik: ver.di

Das Flugblatt
zu den Ergebnissen der ersten Verhandlungsrunde am 24. April 2018 kann als pdf-Datei hier geladen werden: