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Die Zeichen stehen auf Sturm!

Die Zeichen stehen auf Sturm!

Stage-Geschäftsführung übermittelt Gegenforderungen

Nachdem die ver.di Tarifkommission ihre Forderungen zur Tarifrunde am 12. März 2018 an die Arbeitgeberseite übermittelte [hier zum nachlesen], hat die Stage-Entertainment mit Schreiben vom 12. April 2018 ihre Gegenforderungen mitgeteilt. Es wird mehr als deutlich, dass wir uns auf eine stürmische Tarifrunde gefasst machen müssen. Die erste Verhandlungsrunde findet am 24. April 2018 statt.

Auftakt hierzu waren Abteilungsversammlungen der Theaterleitung, in denen die Beschäftigten über die vorgesehenen Ausgliederungen informiert wurden, ohne dass vorher die Betriebsräte oder die Gewerkschaft ver.di darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Die konkreten Positionen der Geschäftsführung wurden erst nach den Abteilungsversammlungen an ver.di übermittelt!

Folgende Positionen der Stage wurden ver.di durch Ulf Dewald übermittelt:

»Die bisherige Tarifregelung zu dem Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen, die zum 30.06.2018 ausläuft, ist für die Arbeitgeberin aus Gründen der erforderlichen Flexibilität nicht fortschreibungsfähig.
Eine Anpassung der Beschäftigtenzahl aus betrieblichen Gründen kann für die Arbeitgeberin auch außerhalb eines Produktionswechsels erforderlich sein. Dies gilt besonders für Produktionen mit einer längeren oder langen Laufzeit in einem Theater.«

Im Klartext bedeutet dies, dass die Arbeitgeberseite keinen tariflichen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen vereinbaren will, um voll flexibel auch außerhalb von Produktionswechseln Kündigungen aussprechen zu können!

»Die bisherige Tarifregelung zu dem Ausschluss von Ausgliederungen und/oder die dauerhafte Übertragung von Aufgaben auf Dritte, die zum 30.06.2018 ausläuft, ist für die Arbeitgeberin aus Gründen der erforderlichen Flexibilität nicht fortschreibungsfähig.
Für die Arbeitgeberin ist aktuell die Option einer Fremdvergabe der Bereiche Kantine, Kasse und Stagedoor zu regeln. Im Zuge der Fremdvergabe auf externe Dritte würde die Beschäftigung der Betroffenen bei der Fremdfirma gesichert. Die Rechte der betroffenen Beschäftigten würden hierbei gewahrt werden.«

Es soll also zukünftig generell kein Schutz vor Ausgliederungen und Aufgabenübertragungen an Externe mehr tarifvertraglich vereinbart werden. Ausgliederungen sollen – im gesetzlichen Rahmen – also jederzeit möglich sein!

Ganz aktuell und als erstes sollen die Abteilungen Stagedoor, Kantine und Kasse ausgegliedert werden!

»Die bisherige Tarifregelung zu dem Ausschluss von Ausgliederungen und/oder die dauerhafte Übertragung von Aufgaben auf Konzernunternehmen, die zum 30.06.2018 ausläuft, ist für die Arbeitgeberin aus Gründen der erforderlichen Flexibilität ebenfalls nicht fortschreibungsfähig.
Im Bereich der Künstlerischen Betriebsbüros ist die Option für Veränderungen erforderlich. Weiterhin sollen Teile des Tätigkeitsbereichs, namentlich die Betreuung des Geschäftsbereichs „Theatre", zentralisiert werden.«

Es soll zukünftig also auch die Ausgliederung bzw. die Aufgabenübertragung innerhalb der Stage-Konzernunternehmen, also auch in nicht tarifvertragliche abgesicherte Gesellschaften, möglich sein!

Hierbei sind derzeit Veränderungen im KBB und eine Zentralisierung der Betreuung des Geschäftsbereichs Theatre vorgesehen!

»Darüber hinaus ist für die Arbeitgeberin die Zentralisierung der Beschäftigten im Bereich Overhead (Finance/Controlling/Payroll), soweit diese in den Theatergesellschaften beschäftigt sind, angezeigt.«

Die Bereiche Finanz- und Lohnbuchhaltung, sowie das Controlling sollen also vermutlich nach Hamburg in die »Konzernzentrale« ausgegliedert werden.

»Die Erläuterungen zur geplanten Verschmelzung der Produktionsgesellschaften auf eine Gesellschaft (One-Entity) hat die Arbeitgeberin bereits am 18. Januar 2018 übermittelt.«

Hiermit ist der Plan der Arbeitgeberin gemeint, die Theatergesellschaften zum 1. August 2018 in eine Gesellschaft zu verschmelzen. Hierüber wurde schon durch ein separates ver.di-Info berichtet. Zu unseren Forderungen, wie etwa Entgeltsteigerungen oder Jahressonderzahlung etc., sind keine Aussagen enthalten.

Die Forderungen oder Positionen der Arbeitgeberseite bestätigen die schlimmsten Befürchtungen, die die ver.di-Konzerntarifkommission im Vorfeld der Tarifrunde hatte! Die Schutzregelungen sollen komplett aus den Tarifverträgen verbannt werden! Weiterhin sind schon konkrete Ausgliederungsmaßnahmen vorgesehen!

Hiergegen werden wir uns erheblich wehren müssen! Wir werden für sichere Jobs und eine faire Bezahlung vermutlich auch in den Streik treten müssen! Gute Shows, sichere Jobs und faire Tarife! Jetzt geht es um alles!

Jede und Jeder ist nun gefordert!
Unterstützt ver.di bei der Absicherung und Durchsetzung guter Tarifverträge und werdet Mitglied!

Starke Gewerkschaft – starke Tarifverträge!
Mitmachen – Mitglied werden! 

Tarifinformation 4/2018

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
Foto/Grafik: ver.di

Das Flugblatt
kann als pdf-Datei hier geladen werden.