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Mitbestimmung als Chance für Berliner Kulturpolitik begreifen

Mitbestimmung als Chance für Berliner Kulturpolitik begreifen

Berlin, 16. September 2016: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die jüngsten Personalentscheidungen der Berliner Kulturpolitik bei der Volksbühne, am Berliner Ensemble und nun auch beim Staatsballett Berlin, da sie ohne demokratische Mitbestimmung der Ensembles, der künstlerisch Beschäftigten und des nichtkünstlerischen Personals, geschehen sind.
Für den Erfolg von künstlerischen Prozessen, für das Miteinander im Kampf um künstlerische Erfolge ist es wesentlich, dass alle an diesem Prozess Beteiligten mit ins Boot genommen werden. Zumindest ist eine rechtzeitige Information und Diskussion um die Zukunft künstlerischer Einrichtungen ein entscheidender Faktor.

Ein solches Miteinander ist durch die Berliner Kulturpolitik nicht geschehen und führt zu öffentlich unguten Debatten und einem Beschädigen der Kulturpolitik des Landes Berlin. Wichtige Künstlerpersönlichkeiten verlassen Berlin, Belegschaften können entlassen werden, und all dies ist kein gutes Zeichen für eine soziale und weltoffene Kulturstadt.

Dreimal hat der Berliner Kultursenat in den vergangenen Monaten Personalentscheidungen nach Caesaren-Art getroffen: Die Beschäftigten der Volksbühne, am Berliner Ensemble und nun auch beim Staatsballett Berlin reagierten mit heller Empörung: Klangvolle Namen honoriger Künstlerpersönlichkeiten wurden für die künftige Leitung in den Ring geworfen. »Nun muss man fragen, wer durch solche wahlkampfmotivierten Aktionen mehr beschädigt wird: die Gekürten selbst, die Kulturinstitutionen oder deren Beschäftigte?«, fragt Sabine Schöneburg, zuständige Fachsekretärin bei ver.di Berlin-Brandenburg.

ver.di erwartet von den nach der Wahl Verantwortlichen für Kunst und Kultur ein kreatives Miteinander mit allen an den Kunstprozessen der Stadt Beteiligten. »Wenn nun – nachträglich – mit ihnen gesprochen wird, dann sollte die Berliner Kulturpolitik das als Chance begreifen«, so die ver.di-Sekretärin. Die Gewerkschaft fordert ein eigenständiges Kulturressort unter Leitung eines eigens zuständigen Senators.

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zur Presseinformation der ver.di Berlin-Brandenburg vom 16. September 2016

ver.di Berlin/Brandenburg