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Sondierungsgespräche gescheitert – Geschäftsführung schlägt ausgestreckte Hand aus!

Am 25. November 2020 hat die Stage Geschäftsführung per Livestream »als Weihnachtsgeschenk« angekündigt, rund 100 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Etwa ein Drittel davon sollen Beschäftigte aus den Theatergesellschaften sein. Hier sollen die Bereiche Theaterkasse, Haustechnik, Lohn- und Finanzbuchhaltung, Controlling und Event betroffen sein. Die Kündigungen wurden angekündigt, obwohl ver.di schon vorher, für die turnusmäßig in 2021 anstehenden Tarifverhandlungen, eine Nullrunde für ein Jahr unter Verlängerung des Kündigungs-schutzes angeboten hatte.

Gespräche von ver.di angeboten
Gleich nach der Information über die Kündigungen hat die ver.di-Konzerntarifkommission die Situation beraten und dem Arbeitgeber Sondierungsgespräche, mit dem Ziel des Erhalts der Arbeitsplätze, angeboten. Daraufhin haben mehrere tarifliche Sondierungsgespräche stattgefunden. Zwischenzeitlich sah es so aus, dass wir in diesen Gesprächen eine Lösung finden könnten, die beiden Seiten gerecht wird.

ver.di macht weitreichende Angebote
Die ver.di-Sondierungskommission bot in den Gesprächen zwei Jahre ohne Lohnerhöhung zur Kostensenkung an. Die Einsparungen durch diese beiden Nullrunden würden ausreichen, um die von der Arbeitgeberseite geforderten Einsparungen zu erreichen, ohne kündigen zu müssen. Uneinigkeit bestand lediglich darin, ob die Kosten für Abfindungen im Kündigungsfall mit eingerechnet werden dürfen oder nicht. Wir meinen »ja«, denn das gehört ja zum gesamten Kostenpaket dazu. Da die Abfindungszahlungen aus einem anderen Topf gezahlt werden, wollen die Arbeitgeber sie nicht mit einrechnen. Dies ist eine buchhalterische Sichtweise, die in dieser Situation völlig unangemessen und geradezu zynisch ist!
Zusätzlich zu den Nullrunden hat ver.di sogar einen Notlagentarifvertrag angeboten. Im Falle einer wirtschaftlichen Notlage könnten somit auch die bestehenden Entgelte der Beschäftigten abgesenkt werden. Allerdings machen wir dies nicht »kostenlos«. Als Gegenleistung dafür muss die Sicherung der Arbeitsplätze vertraglich vereinbart werden. Hierzu war die Stage-Geschäftsführung jedoch nicht bereit!

Strukturelle Maßnahmen sollen umgesetzt werden
Als der Geschäftsführung klar wurde, dass ver.di alles versuchen wird, um die geforderten Einsparungen zu erreichen, um die Kündigungen zu verhindern, haben sie die Notwendigkeit der strukturellen Maßnahme im Kassenbereich betont. Es gehe nicht nur um die Einsparungen, man brauche die Kassen nicht mehr und wollen sie nicht »durchziehen«! Automaten und eine kurz besetzte Abholkasse würden für diese Dienstleistung am Gast ausreichen. Zu den Kassenthemen wurden von ver.di in speziellen Gesprächsrunden auch Vorschläge gemacht. Das ging bis dahin, dass durch Aufhebungsverträge oder Rente freiwerdende Kassenarbeitsplätze nicht nachbesetz werden müssen und zukünftig wegfallen. So könnte der Personalabbau nach ver.di-Meinung sozialverträglich und zugleich für die Stage wirtschaftlich sinnvoller geschehen. Hierzu war die Geschäftsführung von Stage ebenfalls nicht bereit. Es würde einfach zu lange dauern, hieß es.

Häuser schließen und Beschäftigte schnell und billig kündigen
Zusätzlich zu den Einsparungen durch die aktuell geplanten Kündigungen will die Geschäftsführung den Zustimmungsvorbehalt von ver.di bei Kündigungen im Falle einer Betriebsstilllegung aus dem Manteltarifvertrag streichen! Bisher muss ver.di bei einer Betriebsstilllegung den Kündigungen zustimmen. Dies schützt die Beschäftigten und unterstützt den Betriebsrat einen guten Sozialplan auszuhandeln. Dies würde, laut Arbeitgeberseite, aber zu langen Sozialplanverhandlungen und zu teuren Sozialplänen führen. Die Geschäftsführung will die Beschäftigten also möglichst schnell und billig loswerden. Hier macht ver.di nicht mit! Gerade, weil die Geschäftsführung künftige Häuserschließungen als sehr realistische Möglichkeit einschätzt, können und werden wir diese Regelung nicht hergeben!

Da sie von ver.di nicht bekamen was sie wollten, brachen sie die Sondierungsgespräche ab.
4-Augen bzw. 6-Augen-Gespräche zwischen Frau Neuss bzw. Herrn Dewald und Frank Schreckenberg von ver.di brachten leider auch keine Lösung.

ver.di erkennt bedrohliche Situation für das Unternehmen an und will Arbeitsplätze sichern
Eines muss an dieser Stelle sehr klar gesagt werden: Die derzeitige Situation der Corona-Pandemie bringt das Unternehmen in eine schwere Krise und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dies erkennt ver.di natürlich an. Wir haben von Anfang an Vorschläge gemacht und an Lösungen mitgearbeitet.
ver.di ist zu Einsparungen durch zukünftige Nullrunden bereit. Sogar der Eingriff in die bestehenden Entgelte wurde der Geschäftsführung als Möglichkeit angeboten. Wir wollen allerdings die derzeit geplanten und auch zukünftigen Kündigungen verhindern. Darüber hinaus könne wir die Regelungen zum Zustimmungsvorbehalt von ver.di bei Betriebsstilllegungen nicht verschlechtern.
Die Geschäftsführung ist zu keinem Kompromiss bereit! Sie wollen nehmen aber nicht geben! So wird das aber nichts!

Verweigerung der Arbeitgeber führt zu Konflikten
Durch die Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite, auf dem Weg der Sondierung eine konstruktive Lösung zu finden, forcieren sie einen Tarifkonflikt! Jetzt werden wir im Spätsommer in einer sehr emotional aufgeladenen Konfliktsituation die Themen in Tarifverhandlungen klären. Dadurch wird viel Zeit verschenkt und wir haben eine Tarifauseinandersetzung zum falschen Zeitpunkt – zum vermutlich anstehenden Restart! Dies kalkuliert die Arbeitgeberseite billigend ein. Sie wollen die Pandemie nutzen um Verschlechterungen ohne Gegenleistung durchzusetzen. Sie glauben die Beschäftigten würden aus Angst um ihre Arbeitsplätze alles akzeptieren! Wir werden ihnen zeigen müssen, dass sie mit dieser Annahme nicht richtig liegen!

Jede und Jeder ist jetzt gefordert
Hierzu brauchen wir eine starke ver.di in den Stage-Häusern! Werdet Mitglied und unterstützt die Bemühungen der ver.di-Konzerntarifkommission!

Mitgliedschaft
und weitere Infos unter: mitgliedwerden.verdi.de.

Die Tarifinformation ...

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
© ver.di

... vom 3. März 2021
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