Nachrichten

Arbeitszeitangleichung im Osten

Arbeitszeitangleichung im Osten

Angebot: Eventuell und ohne Gewähr

»Spezialarbeitszeit Ost«

Wer in den Bundesländern des Ostens bei einem kommunalen Arbeitgeber arbeitet zahlt drauf: Die Wochenarbeitszeit ist länger als bei vergleichbaren Beschäftigten in den übrigen Bundesländern. Die Konsequenz: Länger arbeiten, weniger Geld – denn auch wenn das monatliche Tabellenentgelt für Beschäftigte im Tarifbereich der kommunalen Arbeitgeber in Ost und West identisch ist, das Stundenentgelt ist durch die längere Arbeitszeit niedriger.

Beschäftigte bei einem kommunalen Arbeitgeber in den Bundesländern des Ostens müssen 40 Stunden in der Woche arbeiten, in den übrigen Bundesländern sind es dagegen 39 Stunden. Auf ein Jahr betrachtet sind das sieben Arbeitstage mehr. Noch drastischer ist die Situation in kommunalen Krankenhäusern. Arbeitet eine Kollegin in der Woche 40 Stunden in einem Krankenhaus in Brandenburg, sind es in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Bayern hingegen nur 38,5 Stunden.

Jede und Jeder von Euch kann sich ausrechnen, was da im Laufe der Berufstätigkeit schon zusammengekommen ist. Bei einer Beschäftigten in einer Stadtverwaltung etwa in Schwerin, die dort seit Januar 1992 arbeitet, sind das bis heute 201 Arbeitstage mehr.
Das ist nicht nur ungerecht, sondern 30 Jahre nach der Einheit inakzeptabel und schlicht ein Skandal!

Kein Problem für die Arbeitgeber

Für die kommunalen Arbeitgeber im Osten ist diese Ungerechtigkeit kein Problem. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde haben sie die Forderung zur Angleichung der Arbeitszeit nicht ernst genommen. Im Gegenteil! Halbherzig und unverbindlich haben sie darüber schwadroniert, dass sie sich einen Einstieg in die Angleichung der Arbeitszeit vorstellen können. Aber später, sehr viel später. Vorstellbar ist aus ihrer Sicht eine Angleichung um eine halbe Stunde ab 2023. Ja und 39 Stunden für alle könnte es dann 2025 geben. Und kein Wort zur Situation in den Krankenhäusern.

Diese Haltung ist dreist

Beschämend, ja dreist ist die Haltung der kommunalen Arbeitgeber. Sie setzen darauf, dass wir uns das stillschweigend gefallen und auf die lange Bahn schieben lassen.

Und wir? Wir müssen jetzt für unsere Forderungen einstehen, hier im Osten. Wir müssen den kommunalen Arbeitgebern laut und deutlich klarmachen, dass es uns um unsere Arbeitszeit und unsere Arbeitsbedingungen geht und wir ernst zu nehmen sind.

Deshalb: Wenn auch Du nach 30 Jahren endlich eine Angleichung Deiner Arbeitszeit willst, dann beteilige Dich bei der Durchsetzung.

Die in Festtagsreden zum 3. Oktober gewürdigten historischen Meilensteine auf dem Weg zur Einheit sind nicht einfach so passiert und so verhält es sich auch mit der Angleichung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Ost und West.

Jetzt ver.di-Mitglied werden –
die Gelegenheit nutzen und sich an der Durchsetzung der Forderung beteiligen!

Das Flugblatt ...

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
© ver.di

... zur Tarifrunde 2020 kann
als pdf-Datei hier geladen werden: