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Entgeltangebot völlig unzureichend!

Entgeltangebot völlig unzureichend!

Stage Tarifrunde 2017/2018: Fünfte Verhandlungsrunde beendet.

Am 14. Juni 2018 fand im Theater des Westens in Berlin die fünfte Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di – und Stage Entertainment statt.

Nachdem es in der letzten Verhandlungsrunde eine weitestgehende Annäherung beim Thema Beschäftigungssicherung gab, sollte in dieser Verhandlungsrunde aus Sicht der Konzerntarifkommission das bisher inakzeptable Entgeltangebot der Arbeitgeberin verbessert werden.

Diese Hoffnung der TK wurde leider nicht erfüllt. Die Stage-Geschäftsführung legte ein lediglich leicht verbessertes Angebot vor, welches folgende Entgeltsteigerungen beinhaltet:

Steigerung der Entgelte um

  • 1,0 Prozent im 1. Jahr,
  • 1,3 Prozent im 2. Jahr und um
  • 1,7 Prozent im 3. Jahr der Laufzeit.

Entgelte über 6.000 Euro sollen nach den Arbeitgebervorstellungen nicht erhöht werden. Außerdem sollen auch die Castforderungen nach zusätzlichen Tabellenstufen und verbesserten Covergagen schon in den prozentualen Erhöhungen enthalten sein und mit bis zu 0,6 Prozent pro Jahr angerechnet werden. Dies würde bedeuten, dass die Tarifsteigerung im 1. Jahr für alle dann nur noch bei 0,4 Prozent, im 2. Jahr bei 0,7 Prozent und im 3. Jahr bei 1,1 Prozent liegen würde!

Zusätzlich sollen aus diesem prozentualen Volumen dann auch noch die Sonderforderungen der einzelnen Häuser bezahlt werden! Da bleibt nicht mehr viel für Tabellensteigerungen für Alle übrig.

Dieses Angebot würde zu echten Reallohnverlusten führen, da es die jährliche Preissteigerungsrate (Prognose 2018: 1,7 Prozent, Prognose 2019: 1,9 Prozent) nicht ausgleichen kann. Auch das Arbeitgeberangebot zu den zusätzlichen Tabellenstufen Cast (100 Euro nach 5 Jahren, weitere 100 Euro nach 10 Jahren Beschäftigungszeit) ist nach wie vor unzureichend.

Statt eines Angebots, das diesen Namen auch verdient, rechnet uns die Arbeitgeberseite vor, wie hoch und somit teuer unsere Forderungen sind.

Und das, obwohl wir sie als Zeichen des Entgegenkommens schon deutlich gegenüber unseren Ursprungsforderungen verringert haben. Als verringerte Forderungen und somit als Kompromiss haben wir folgenden Vorschlag gemacht: Steigerung der Entgelte um

  • im 1. Jahr 1,9 Prozent (statt ursprünglich 4 Prozent),
  • im 2. Jahr 2,9 Prozent (statt ursprünglich 4 Prozent),
  • im 3. Jahr 2,9 Prozent (statt ursprünglich 4 Prozent).

Zusätzlich dazu sollen in die Entgelttabellen der Cast weitere Stufen eingeführt werden:

Nach

  • 5 Jahren Erhöhung um 5 Prozent gegenüber der Eingangsstufe,
  • 10 Jahren Erhöhung um 10 Prozent gegenüber der Eingangsstufe.

Bei der Covergage bleiben wir bei unserer Forderung. Sie soll 10 Prozent des Tabellenwerts der jeweiligen Rolle bzw. Erstbesetzung betragen.

Die Forderung nach einer Jahressonderzahlung in Höhe von mindestens 1.200 Euro haben wir ersatzlos fallen gelassen. Darüber hinaus haben wir das Angebot gemacht, die jeweiligen Hausforderungen aus dem Volumen der Entgeltsteigerungen zu finanzieren. Diese veränderte Entgeltforderung sehen wir als deutliches Entgegenkommen und insgesamt als sehr abschlussnah.

Beim nächsten Verhandlungstermin am 21. Juni 2018 will uns die Arbeitgeberseite umfangreiches Zahlenmaterial zur Verfügung stellen. Die Zahlen sollen vermutlich belegen, wie hoch und unbezahlbar unsere Forderungen sind. Wir haben aber deutlich gemacht, dass nur ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeberseite einen Verhandlungsfortschritt bringen kann!

Am 30. Juni 2018 endet die Friedenspflicht. Wenn ein solches, deutlich verbessertes Arbeitgeberangebot nicht vorgelegt wird, müssen sich die ver.di-Mitglieder die Frage stellen, ob das Angebotene für sie akzeptabel ist, oder ob die Bereitschaft besteht, sich für deutlich mehr auch aktiv einzusetzen.

Dies sollte auch unter dem Blickwinkel geschehen, dass die Stage-Geschäftsführung deutlich gemacht hat, dass die bisher erreichten Regelungen zur Beschäftigungssicherung im Rahmen eines Gesamtpakets zusammen mit den Regelungen zur Entgeltsteigerung zu sehen sind und noch nicht in »Sack und Tüten« sind, sondern auch weiterhin zur Disposition stehen, bis es eine Einigung zu einem Gesamtpaket gibt! Diese deutliche Ansage der Arbeitgeberseite kann kaum Missverstanden werden!

Wir wollen Arbeitsplatzsicherheit und ordentliche Entgeltsteigerungen!
Gute Shows, sichere Jobs und faire Tarife!

http://mitgliedwerden.verdi.de 

Tarifinformation 9/2018

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
Foto/Grafik: ver.di

Die Tarifinformation 9/2018 kann als pdf-Datei hier geladen werden: