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Basta-Angebot des Arbeitgebers

Basta-Angebot des Arbeitgebers

Stage – Sechste Verhandlungsrunde beendet: Jetzt stehen Entscheidungen an!

Am 21. Juni 2018 fand in der Neuen Flora in Hamburg die sechste Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Stage Entertainment statt.

Über die Grundzüge des Arbeitgeberangebotes haben wir gestern schon mit dem Tarifschnellinfo informiert. Auf den ersten Blick sieht das Angebot auch gar nicht mal so schlecht aus und man könnte sagen, dass nicht mehr sonderlich viel fehlt. Der Arbeitgeber bietet eine Steigerung der Entgelte um

  • 1,5 Prozent im 1. Jahr,
  • 2,2 Prozent im 2. Jahr und um
  • 2,5 Prozent im 3. Jahr der Laufzeit an.

Mit den Steigerungswerten, die angeboten wurden, kommen wir so langsam in die Größenordnung des letzten Abschlusses. Allerdings soll das Angebot dadurch gegenfinanziert werden, dass alle Entgelte (individuell und Tabelle) über 5.000 Euro (Teilzeiter anteilig) nicht von den Entgeltsteigerungen profitieren.

Tarifverträge dürfen nicht zu Reallohnverlust führen. Gerade in der ersten Erhöhungsstufe bleiben wir noch hinter der prognostizierten Preissteigerungsrate (1,7 Prozent in 2018) zurück. Aber auch bei den anderen Werten kann es, zumindest für einige Häuser, knapp werden, da die Hausforderungen aus dem Volumen der Entgeltsteigerungen gegenfinanziert werden sollen.

Um einen Abschluss aber möglich zu machen haben wir unsere Forderungen auch noch einmal auf:

  • 1,9 Prozent im 1. Jahr,
  • 2,5 Prozent im 2. Jahr,
  • 2,7 Prozent im 3. Jahr

verringert.

Die Kappung der Entgeltsteigerung
bei 5.000 Euro konnte von der Tarifkommission nicht akzeptiert werden. In einigen Häusern trifft dies mehr als ein Drittel der Beschäftigten!

Von Anfang an wurde durch den Arbeitgeber versucht, Beschäftigtengruppen gegeneinander auszuspielen. Erst waren es die vom Outsourcing Betroffenen gegenüber den Geschützten, dann war es die Cast gegenüber den andern Beschäftigten und nun sind es die Beschäftigten mit höheren Entgelten gegenüber den Beschäftigten mit niedrigeren Entgelten. Wir fühlen uns aber allen unseren Mitgliedern gleichsam verpflichtet!

Die Vorstellung der Arbeitgeberseite, die Covergagen auf 8 Prozent festzusetzen, teilen wir. Die Steigerung der Cast-Tabellen in zwei Stufen auf 3 Prozent und 5 Prozent gegenüber der Grundgage halten wir allerdings für zu niedrig, da dies in einigen Häusern lediglich die Werte, die jetzt schon in den Tabellen vorhanden sind, abbildet.
Nach unseren Vorstellungen sollen die Steigerungen bei 5 Prozent nach 5 Jahren und 7 Prozent nach
10 Jahren gegenüber der Eingangsstufe liegen.

Somit wäre auch eine spürbare Verbesserung an dieser relevanten Stelle vollzogen worden.

Die Beschäftigungssicherungsregelungen waren in der vierten Verhandlungsrunde schon weitestgehend abgestimmt worden.

Nach den Vorstellungen der Tarifkommission hätte, mit den genannten Veränderungen, ein Tarifabschluss erreicht werden können!
Nur noch wenig Bewegung wäre nötig gewesen und wir hätten den Sack zugemacht!

Der Arbeitgeber war aber nicht bereit, über weitere Verbesserungen seines Angebots mit uns zu verhandeln. Mit andern Worten sagen sie: »Friss oder stirb!«. Auf die Ankündigung, dass wir »das Angebot« erst in einer Mitgliederbefragung rückkoppeln müssen, wurde mit Drohungen reagiert!

Ab 1. Juli 2018 würde nicht nur die tarifvertragliche Friedenspflicht enden, auch der Arbeitgeber könne dann Maßnahmen umsetzen! Hier wurde also deutlich mit Ausgliederungen und betriebsbedingten Kündigungen gedroht!

Damit stehen wir wieder ganz am Anfang und müssen uns darauf einstellen, für Beschäftigungssicherung und gute Entgelte in die Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber zu gehen.

Wir lassen uns aber weder Angst machen, noch gegeneinander ausspielen. In einer Mitgliederbefragung können die ver.di-Mitglieder ab Beginn der nächsten Woche ihre Meinung zum Angebot der Arbeitgeberseite abgeben und sagen, welche Vorstellungen sie zu einem Tarifabschluss haben.

Auf einer Sitzung der Konzerntarifkommission am 4. Juli 2018 werden wir dann das weitere Vorgehen beraten und dem Arbeitgeber vorschlagen, die Verhandlungen am 9./10. Juli 2018 fortzusetzen!

Es bleibt dabei: Wir wollen Arbeitsplatzsicherheit und ordentliche Entgeltsteigerungen!
Gute Shows, sichere Jobs und faire Tarife!
https://mitgliedwerden.verdi.de

Tarifinformation 10/2018

Fachgruppe Theater+Bühnen der ver.di
Foto/Grafik: ver.di

Die Tarifinformation 10/2018 kann als pdf-Datei hier geladen werden: